Von der Wiese mit Apfelbäumen zum Kulturhaus

Wo seit 1989 allen Bewohnern der Gemeinde Gossendorf ein Kulturhaus zur Verfügung steht, breitete sich Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre eine Wiese mit ein paar alten Apfelbäumen aus. Damals gehörte dieser Platz der Familie Resch. 1962 starb Josef Resch und seine Frau, Maria Resch, beschloß, das kleine Wiesengrundstück zu verkaufen. Sie bot die an der Dorfhauptstrasse gelegene Wiese zuerst der Gemeinde zum Kauf an und man wurde sich bald einig.

1963/64 beschloß der Gemeinderat einen rechteckigen Teich auszuheben, der sowohl als Feuerwehrteich dienen würde, als auch als Schwimmbad verwendet werden könnte und nicht zuletzt im Winter als Eisschießstätte.

Tatsächlich wurden da in den folgenden Jahren etliche Wettkämpfe im Eisschießen ausgetragen. Zur warmen Jahreszeit wurde der Teich als Schwimmbad benützt und auch als Feuerwehrteich leistete das "Freibad" seine Dienste.

Nachdem der Teich im Laufe der Jahre zusehends weniger als Bad benutzbar geworden war, ebnete man ihn 1986 zum größten Teil ein.

Es galt, neu über diesen Platz zu verfügen. Zumal er am Ortseingang liegt, suchte man nach einer Möglichkeit, ihn eindrucksvoll zu gestalten. Gemeinsam wurde die Idee eines Kulturhauses geboren. Bürgermeister Franz Gölles machte den Anfang. Feuerwehrhauptmann Johann Petz und Kapellmeister Franz Halbedl griffen die Idee sofort auf und unterstützten sie. Feuerwehr und Musikkapelle wünschten sich schon seit längerem neue Räume. 1987 begann der Bau des Kulturhauses.

Hervorzuheben ist neben der Hilfe durch das Land Steirmark und durch Landeshauptmann Dr. Josef Krainer nicht zuletzt die Eigenleistung, die beim Bau erbracht wurde - vor allem von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Gossendorf und der Trachtenmusikkapelle, insgesamt etwa 4000 Arbeitsstunden. Dazu kamen die Sachenspenden der Bevölkerung. Auch die Gemeinden Leitersdorf und Pertlstein leisteten einen Beitrag, da die Gossendorfer Musikkapelle auch Vereinskapelle für die Freiwilligen Feuerwehren Leitersdorf und Pertlstein ist. Der Bau kostete damals insgesamt 7,8 Millionen Schilling (ca. €566.000,-).

Die Eröffnung des Kulturhauses findet nicht zufällig im Jahr 1989 statt, da es sechzig Jahre her ist, daß die "Freiwillige Feuerwehr-Rettungsabteilung Gossendorf" (wie sie ursprünglich hieß) und die Musikkapelle als "Musikverein der Freiwilligen Feuerwehr Gossendorf" (seit 1989 "Trachtenmusikkapelle") gegründet wurden. (Auch die Freiwillige Feuerwehr Edergraben-Höflach feierte in diesem Jahr übrigens ihr sechzigjähriges Bestehen).

Das Ziel aber war und ist vor allem, für alle Bewohner der Gemeinde einen Ort zu schaffen, wo man kulturelle Veranstaltungen erleben, aber auch selber kulturell aktiv werden kann.

Text: Franz Weinzettl (gekürzte Fassung)

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